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Gemeinde Kirchzarten

Gesichter, Geschichten, Engagement

Die Gemeinde Kirchzarten wurde über viele Generationen hinweg von Menschen geprägt, die sich mit besonderem Engagement für das gesellschaftliche, kulturelle, soziale oder politische Leben eingesetzt haben. In dieser Rubrik sollen künftig Persönlichkeiten vorgestellt werden, die die Entwicklung der Gemeinde nachhaltig beeinflusst oder sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben.

Dazu gehören historische Persönlichkeiten ebenso wie Bürgerinnen und Bürger, die sich bis heute ehrenamtlich, sozial, kulturell oder sportlich engagieren. Auch Namensgeberinnen und Namensgeber von Straßen, Plätzen oder öffentlichen Einrichtungen sollen hier künftig näher vorgestellt und ihre Verbindung zu Kirchzarten erläutert werden.

Ehrenbürger der Gemeinde Kirchzarten

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, die eine Gemeinde vergeben kann. Sie wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise um das Wohl und die Entwicklung der Gemeinde verdient gemacht haben. Geehrt werden Menschen, die sich über viele Jahre hinweg durch außergewöhnliches Engagement, soziale Verantwortung, kulturelle Leistungen oder besondere Verdienste im öffentlichen Leben hervorgetan haben. Die Verleihung erfolgt durch einen Beschluss des Gemeinderats.

Jakob Saur (1878–1952)

Pfarrer Josef SauerPriester und Geistlicher Rat

Jakob Saur war von 1934 bis 1950 Pfarrer der St.-Gallus-Gemeinde Kirchzarten. Besonders geschätzt wurde sein mutiges und menschliches Handeln während der Zeit des Nationalsozialismus und in den schwierigen Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit großer Zivilcourage setzte er sich für Menschen in Not ein und galt vielen Bürgerinnen und Bürgern als wichtige moralische Stütze. Für seine Verdienste erhielt er 1951 die Ehrenbürgerwürde. Bis heute erinnert die Jakob-Saur-Straße in Kirchzarten an ihn.

Josef Saier (1874–1955)

Josef SaierPriester und Gründer der Ötigheimer Volksschauspiele

Der aus Kirchzarten stammende Geistliche Josef Saier wurde weit über die Region hinaus bekannt. Im Jahr 1906 gründete er die berühmten Ötigheimer Volksschauspiele, die bis heute zu den größten Freilichttheatern Deutschlands zählen. Für sein kulturelles und kirchliches Wirken erhielt er zahlreiche Ehrungen, darunter das Bundesverdienstkreuz. Die Gemeinde Kirchzarten verlieh ihm 1954 anlässlich seines 80. Geburtstags die Ehrenbürgerwürde.

Albert Kromer (1902–1987)

Albert KromerBergmann, Gewerkschafter und Kommunalpolitiker

Albert Kromer engagierte sich seit 1946 mit großer Leidenschaft für das Gemeinwohl in Kirchzarten. Er war in zahlreichen Vereinen, sozialen Einrichtungen und kommunalen Gremien aktiv und galt als überzeugter Vertreter sozialer Verantwortung und Solidarität. Die Gemeinde würdigte besonders seine „selbstlose, durch Idealismus getragene Arbeit“. Bereits vor seiner Ernennung zum Ehrenbürger erhielt er die Goldene Ehrennadel der Gemeinde sowie das Bundesverdienstkreuz. 2010 wurde eine Straße nach ihm benannt.

Jakob Wenger (1913–1984)

Jakob WengerPfarrer und Geistlicher Rat

Jakob Wenger war von 1955 bis 1978 Pfarrer der St.-Gallus-Gemeinde Kirchzarten und prägte in dieser Zeit das kirchliche und soziale Leben der Gemeinde entscheidend mit. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz für soziale Einrichtungen wie die Sozialstation Dreisamtal und die Dorfhelferinnen. Darüber hinaus setzte er sich intensiv für die Ökumene und das Miteinander der Konfessionen ein. Für sein langjähriges Wirken erhielt er 1978 die Ehrenbürgerwürde.

Erich Rieder (1920–1994)

Erich RiederMalermeister und Bürgermeister von Kirchzarten

Erich Rieder war von 1965 bis 1985 Bürgermeister der Gemeinde und prägte Kirchzarten in einer Zeit großer Veränderungen. Unter seiner Leitung entwickelte sich der Ort zu einer modernen Gemeinde mit deutlich verbesserter Infrastruktur. In seine Amtszeit fielen unter anderem die Modernisierung touristischer Einrichtungen, der Ausbau der Schulen sowie die Entwicklung neuer Wohngebiete. Auch die Eingemeindung der Ortsteile Burg und Zarten wurde in seiner Amtszeit umgesetzt. Rieder galt als bürgernaher und ausgleichender Bürgermeister mit großer menschlicher Offenheit. Zudem setzte er sich stark für Vereine und Ehrenamt ein und führte 1967 die Goldene Ehrennadel der Gemeinde ein. 1985 erhielt er die Ehrenbürgerwürde.

Horst Simon (1936–2019)

Horst SimonBankkaufmann und Sparkassendirektor

Horst Simon engagierte sich über viele Jahre hinweg intensiv im kommunalen und sozialen Leben Kirchzartens. Er war langjähriges Mitglied des Gemeinderats sowie Bürgermeisterstellvertreter. Besonders wichtig war ihm die soziale Arbeit: Als Vorsitzender der Kirchlichen Sozialstation Dreisamtal setzte er sich maßgeblich für die Betreuung und Unterstützung älterer und hilfsbedürftiger Menschen ein. Für seine Verdienste erhielt er 2005 die Ehrenbürgerwürde.

Bertram Scherzinger (*1936)

Bertram ScherzingerLehrer und Vereinsvorsitzender

Bertram Scherzinger war jahrzehntelang Lehrer an der Hauptschule Kirchzarten und zugleich eine der prägendsten Persönlichkeiten des örtlichen Sports. Von 1966 bis 2006 leitete er den Sportverein Kirchzarten als Vorsitzender und entwickelte ihn zu einem der größten Sportvereine Südbadens. Sein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz. Die Ehrenbürgerwürde erhielt er 2006 zu seinem 70. Geburtstag.

Georg-Wilhelm von Oppen (*1945)

Georg-Willhelm von OppenBürgermeister von Kirchzarten (1985–2009)

Georg-Wilhelm von Oppen leitete die Gemeinde 24 Jahre lang als Bürgermeister. Während seiner Amtszeit entwickelte sich Kirchzarten weiter zu einer modernen Mittelpunktgemeinde mit leistungsfähiger Infrastruktur und hoher Lebensqualität. Er galt als geschickter Vermittler, dem es oft gelang, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und schwierige Diskussionen zu lösen. Für seine Verdienste um die Gemeinde wurde ihm nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Franz Kromer (1946–2019)

Franz KromerNotariatsbeamter und Kommunalpolitiker

Franz Kromer war fast vier Jahrzehnte Mitglied des Gemeinderats und über viele Jahre Erster Bürgermeisterstellvertreter. Darüber hinaus engagierte er sich intensiv im Vereins- und Kulturleben der Gemeinde. Besonders hervorzuheben ist sein Einsatz bei den Contrabrüdern sowie für soziale Einrichtungen wie die Integrative Akademie Himmelreich. Sein Wirken war geprägt von Heimatverbundenheit, Bürgernähe und großem ehrenamtlichem Einsatz. 2014 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Walter Rombach (*1946)

Walter RombachHotelier, Unternehmer und Kommunalpolitiker

Walter Rombach führte seit 1980 das traditionsreiche Gasthaus Sonne und engagierte sich parallel über Jahrzehnte im Gemeinderat. Zudem war er mehrere Jahre Erster Bürgermeisterstellvertreter. Neben seinem politischen Wirken setzte er sich stark für Vereine, gesellschaftliche Initiativen und das Gemeinwesen in Kirchzarten ein. Für dieses langjährige Engagement erhielt er 2019 die Ehrenbürgerwürde.

Andreas Hall (*1970)

Andreas HallBürgermeister von Kirchzarten (2009–2025)

Andreas Hall prägte Kirchzarten über 16 Jahre als Bürgermeister. Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche wichtige Projekte umgesetzt, darunter der Umbau der Talvogteischeunen zu modernen Verwaltungsgebäuden und einer Mediathek. Ein besonderes Anliegen war ihm die Förderung des Ehrenamts und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Unter seiner Mitwirkung entstand die Bürgerstiftung Kirchzarten, außerdem wurde 2015 das 1250-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert. Hall engagierte sich zudem im Kreistag und in regionalen Gremien.