Startseite zum Kontaktformular Telefon zum Menü
Gemeinde Kirchzarten
Gemeindeverwaltung Kirchzarten
Talvogtei 12 | 79199 Kirchzarten
Telefon:
Fax:
07661 - 393-88
E-Mail:

Krebspest

PRESSEMITTEILUNG
LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD

30. Dezember 2021

Erste Erfolge im Kampf gegen die Krebspest: Oberlauf der
Brugga darf vom ersten Januar an wieder betreten werden

Tote Dohlenkrebse nur noch im Bruggaunterlauf und im
Krebsgraben in Neuhäuser (Kirchzarten, Kreis Breisgau Hochschwarzwald)

Der Kampf gegen die Krebspest zeigt Erfolge: Wie das Regierungspräsidium
Freiburg (RP) mitteilt, können vom ersten Januar an große Bereiche der Brugga
und ihrer Seitenbäche im Dreisamtal zwischen Kirchzarten und Oberried wieder
für die Nutzung freigegeben werden. Das aufgrund der Krebspest erteilte
Betretungsverbot gelte dann nur noch für wenige Bereiche des
Gewässersystems. Das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald habe seine
erstmals am 26. Juli 2019 in Kraft getretene Allgemeinverfügung entsprechend
angepasst. Die neuen Regeln gelten zunächst bis zum 30. Juni 2022.

Zur Eindämmung der Krebspest in der Brugga und ihren Zuflüssen hat das RP
im vergangenen September im Kappler Ortsteil Neuhäuser eine zweite
Krebssperre in den Bach gebaut. Deshalb gilt das Betretungsverbot der Brugga
künftig nur noch für den Bereich ab Engenwald-Spielplatz bis zur Einmündung in
die Dreisam sowie im Krebsgraben im Ortsteil Neuhäuser, wo 2019 die
Krebspest ausgebrochen war. Ziel ist es, die Ausbreitung der immer noch
wirksamen Krebspest im Unterlauf des Baches auf wesentliche, bachaufwärts
gelegene Abschnitte und Zuflüsse zu verhindern. Das Betretungsverbot gilt in
diesem Bereich weiterhin auch für Hunde, die weder in der Brugga noch in ihren
Nebengewässern baden dürfen.

Auch Freizeitaktivitäten und das Angeln im Gewässer sollen unterbleiben, solange die
Tierseuche grassiert (der gesperrte Bereich ist in der Übersichtskarte im Anhang blau gekennzeichnet).
Für den Zastlerbach und den Krummbach sowie deren kleine Zuflüsse wurde
das Betretungsverbot bereits im vergangenen Juni aufgehoben. Vom 1. Januar
an darf nun auch der Oberlauf der Brugga oberhalb des Engenwald-Spielplatzes
wieder betreten werden.

Die für den Menschen unschädlichen Krebspest-Erreger gefährden den
geschützten und sehr seltenen Dohlenkrebs. Wie das RP mitteilt, zeige das in
diesem Jahr fortgeführte Monitoring ein auffälliges Fehlen lebender
Dohlenkrebse im Unterlauf der Brugga, wo vereinzelt weiterhin tote
Dohlenkrebse gefunden wurden. Dies deute auf ein latentes Krebspestreservoir
in diesem Bereich hin, von dem ein sehr hohes Risiko der Seuchenausbreitung
in wesentliche, bachaufwärts gelegene Bestandsteile der Brugga und ihrer
Zuflüsse ausgehe. Durch die Trockenlegung der Verbindungsgewässer und den
Bau der zweiten Krebssperre konnte die Ausbreitung der Krebspest auf andere
Gewässer bislang jedoch verhindert werden.

Die erste Krebssperre in der Brugga am Engenwald-Spielplatz sowie die zweite
Krebssperre im Ortsteil Neuhäuser folgen dem empfohlenen
Doppelsperrenprinzip: Sollten invasive Krebse oder die Krebspest die erste
Sperre überwinden, dient die zweite Sperre als weitere Sicherung. Der Bereich
zwischen den Sperren wird im Rahmen eines Krebs-Monitorings regelmäßig
untersucht, um eine mögliche Einwanderung invasiver Krebse oder ein
Überspringen der Krebspest frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls
gegensteuern zu können. Auch der Dohlenkrebsbestand oberhalb der Sperren
wird weiterhin untersucht, um den Erfolg der Maßnahmen zur Eindämmung der
Seuche zu überprüfen

Hintergrund-Information:
Der in die Brugga geratene Krebspesterreger stammt von dem invasiven
Kamberkrebs, der aber bisher im Gewässersystem der Brugga nicht ausgemacht
werden konnte. Die Krebspest war im März 2019 im Krebsgraben ausgebrochen
und in die Brugga eingeschleppt worden. Sie hatte sich im Unterlauf des
Gewässers rasant verbreitet. Das RP hatte zur Erhaltung des bedrohten
Krebsbestands Sofortmaßnahmen eingeleitet. Die Untere Wasserbehörde beim
Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald hat das Betretungsverbot der Brugga
und ihrer Nebengewässer erlassen.

Die Krebspest ist eine bei heimischen Flusskrebsen tödlich verlaufende,
hochansteckende Erkrankung, die durch einen pilzähnlichen Erreger,
Aphanomyces astaci, ausgelöst wird. Die als Sporen bezeichneten
Übertragungsstadien der Krebspest können durch jeden mit kontaminiertem
Wasser in Kontakt gekommenen feuchten Gegenstand wie Gummistiefel,
Kescher und Reusen sowie auch am feuchten Fell von Hunden oder Gefieder
von Wasservögeln in ein Gewässer eingeschleppt werden. Gegen die Krebspest
gibt es keine wirksame Behandlung oder Impfung. Die an der Brugga ergriffenen
Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Die
Zeitdauer des Seuchengeschehens ist nicht absehbar, da nur wenige Sporen im
Gewässer ausreichen, um die Krebspest erneut aufflammen zu lassen.
Foto: Zweite Krebssperre in der Brugga in Neuhäuser. Foto: RPF
Anlage: Übersichtskarte Brugga/ Quelle: RPF

Weitere Informationen als Download: