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Gewaltfrei feiern

Gemeinsame Presseerklärung der Dreisamtalgemeinden Kirchzarten, St. Märgen, Stegen, Buchenbach, St. Peter und Oberried sowie der Polizeidirektion Freiburg

Schlägereien, Provokationen, Gewaltdelikte: Dinge, die die Polizei im Dreisamtal immer wieder beschäftigen. In den letzten Jahren leider mit zunehmender Tendenz, wie der Leiter des Polizeireviers Freiburg-Süd, Gabriel Winterer sowie der Leiter des Polizeipostens Kirchzarten, Armin Gleichauf, im Rahmen eines gemeinsamen Pressegesprächs mit den Bürgermeistern der Dreisamtalgemeinden erläuterten. Zunehmende Gewalt bei Jugendlichen, Heranwachsenden und jungen Erwachsenen.
„Dieser Trend soll sich nicht fortsetzen“, so die gemeinsame Feststellung der Bürgermeister der Gemeinden Buchenbach, Kirchzarten, Oberried, Stegen, St. Peter und St. Märgen. „Vernetzte Hausverbote“, erläuterten die Bürgermeister, sollen Jugendliche künftig davon abhalten, Straftaten oder Ordnungsstörungen zu begehen.

Das im Januar der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept „Gewaltfrei feiern - Dreisamtal passt auf“ soll zum einen Jugendliche schon im Vorfeld davon abhalten, sich bei Tanzveranstaltungen, in Gaststätten oder in Jugendräumen daneben zu benehmen. „Gewaltprävention“ nennt sich das Bestreben von geschulten Jugendsachbearbeitern der Polizei oder kommunalen Jugendpflegern, es nicht soweit kommen zu lassen. So ließen die Verantwortlichen zahlreiche Flyer und Plakate erstellen, um den Beginn der Aktion rechtzeitig vor Fastnacht in Jugendzentren oder Gaststätten bekannt zu machen.
„Ja zum Feiern, Spaß haben oder Party machen, Nein zum Ausrasten oder Draufhauen“. Diese eingängige Kurzformel ziert eines der vorgestellten Plakate. Ziele, die auch mehrere Gaststättenbetreiber oder Jugendtreffs unterstützen und die sich der gemeinsamen Aktion angeschlossen haben. Gemeinden und Polizei arbeiteten im Vorfeld eine schriftliche Vereinbarung aus, in der das abgestimmte Vorgehen festgehalten ist. Durch Unterschrift erklärten die Beteiligten, dass sie diese Regelungen gemeinsam einhalten wollen.

Kommt es dann doch trotz aller Prävention zu negativen Auswüchsen oder Gewalt, zeigt das Projekt den Störern die ernsthaften Konsequenzen deutlich auf. Dann nämlich werden Hausverbote nicht nur für die betroffene Einrichtung oder Gaststätte ausgesprochen, sondern „vernetzt“, also für sämtliche angeschlossenen Räumlichkeiten. Das sind in den beteiligten Gemeinden sowie den Stadtteilen Freiburg-Kappel und Freiburg-Ebnet über 25 Örtlichkeiten, für die dann ein Hausverbot gilt. Und das für 6 Monate oder ein Jahr, abhängig vom Alter der Beteiligten. Im Einzelfall können die überörtlichen Hausverbote bei Bedarf, so z.B. im öffentlichen Umfeld von Festhallen, auch mit polizeirechtlichen Aufenthaltsverboten, verfügt durch die Kommunen, ergänzt werden.
„Prävention, so gut es geht, doch mit Entschlossenheit auch Konsequenz, wenn alles nichts nützt“, so die Auffassung der Gemeindevertreter. Schließlich wolle die große Mehrzahl junger Fest- oder Gaststättenbesucher ein friedliches Miteinander.
Der Beginn der Aktion, kurz vor der Fastnachtszeit, wurde mit Bedacht gewählt. Gerade an Fastnacht komme es immer wieder zu Krawallen und Auseinandersetzungen, so die Erkenntnis der Polizei. Die erste Bewährungsprobe der Aktion steht somit unmittelbar bevor.

Weitere Auskünfte zu diesem Projekt erteilt die Gemeindeverwaltung (Tel. 393-21) oder der Polizeiposten Kirchzarten (Tel. 97919-0). Hier sind auch weitere Informationsmaterialien (Poster, Flyer, Aufkleber, etc.) zu erhalten.